Forschungsprojekt | Gutes Leben und Klimaschutz?! – Chancen und Barrieren nachhaltigen Lebens prekarisierter Migrantinnen in Wien
Projektbeschreibung
Das Forschungsprojekt „Gutes Leben und Klimaschutz“ untersucht die subjektiven Perspektiven auf nachhaltiges und gutes Leben bei prekarisierten Migrantinnen in Wien. Das Projekt fokussiert Wissen, Wissenslücken und Routinen zu Nachhaltigkeit bei den betreffenden Frauen. Zudem werden Zukunftsvorstellungen zu einem nachhaltigen Wien, sowie Hürden bzw. ermöglichende Bedingungen erfasst.
Methodik und Durchführung
Die Umsetzung des Projekts erfolgt auf Basis eines zweiteiliges partizipativen Workshop-Konzept im Zuge dessen die Frage der Nachhaltigkeit im Alltag der Frauen untersucht wird. Im Rahmen der Workshops wird einerseits nachhaltige Alltagspraxis von prekarisierten Migrantinnen in Wien empowert und erweitert, andererseits erforscht, wie Nachhaltigkeit im Alltag von diesen Frauen (er)lebt wird.
Es sind jeweils drei Workshops á drei Stunden mit 8-10 Personen geplant. Der Output der Workshops sind Statements und Plakate zu Nachhaltigkeit und nachhaltigen Routinen, Gruppengespräche mit den Frauen zu umgesetzten/nicht umsetzbaren nachhaltigen Alltagsroutinen in Wien mit einem Fokus auf Möglichkeiten und Hürden sowie Collagen zu einem nachhaltigen Wien der Zukunft.
Auswertung und Dissemination
Die erhobenen Materialien werden mit der Grounded Theory ausgewertet. Darauf aufbauend werden Handlungsempfehlungen zur Förderung nachhaltiger Alltagspraxis prekarisierter Migrantinnen in Wien entwickelt, die auch für andere bildungsbenachteiligte und armutsgefährdete Gruppen von Nutzen sein können.
Zu Dissemination werden drei Strategien angezielt:
- eine öffentliche Ausstellung unter Beteiligung der Workshopteilnehmerinnen
- eine Ergebnispräsentation für Vertreter*innen der Stadt Wien, um die Ergebnisse des Projekts zur Weiterentwicklung und Evaluation von Maßnahmen direkt nutzbar zu machen und
- eine wissenschaftliche Publikation, um die Erkenntnisse auch in den wissenschaftlichen Diskurs um sozial-ökologischen Transformationsprozesse einfließen zu lassen.
Projektteam
Projektteam
- Projektleitung: Ass.-Prof.in Dr.in Katharina Hametner (katharina.hametner@sfu.ac.at)
- Projektteam: Dr.in Sigrid Awart (Peregrina); Isabel von Hansemann (SFU)
Methode
Methode
Die Umsetzung des Projekts erfolgt auf Basis eines zweiteiligen partizipativen Workshop-Konzepts, im Zuge dessen qualitative empirische Daten gesammelt werden. Die Workshops werden in einfacher Sprache durchgeführt.
- Die Phase-1 Workshops befassen sich mit den gegenwärtigen subjektiven Perspektiven auf nachhaltige Alltagspraxis von prekarisierten Migrantinnen in Wien. Zudem wird klimaschutzbezogenes Wissen für den Alltag vermittelt.
- Die Phase-2 Workshops befassen sich mit den Zukunftsperspektiven der prekarisierten Migrantinnen auf ein nachhaltiges Wiens.
Die erhobenen Materialien (individuelle Statements, Plakate, transkribierte Gruppengespräche Collagen) werden mittels Grounded Theory (Breuer, 2010) ausgewertet. Zwei Auswertungsrunden sind dabei zirkulär miteinander verschränkt, mit dem Ziel das Wissen aus den ersten Erhebungen bereits in der zweiten Workshoprunde einfließen zulassen.
Fragestellung(en) und Hypothesen
Fragestellung(en) und Hypothesen
Das Projekt geht folgenden Forschungsfragen nach:
1. Wie (er)leben prekarisierte Migrantinnen in Wien Nachhaltigkeit in ihrem Alltag?
a) Welche subjektiven Bedeutungen hat Nachhaltigkeit für sie?
b) Welches Wissen, welche Wissenslücken und Routinen bestehen?
2. Wie kann nachhaltige Alltagspraxis bei prekarisierten Migrantinnen gefördert und empowert werden?
a) Wie stellen sie sich ein nachhaltiges Wien der Zukunft vor?
b) Welche Ermöglichungsbedingungen und Hürden lassen sich herausarbeiten?
Wissenschaftliche und praktische Relevanz
Wissenschaftliche und praktische Relevanz
Da ökologische, soziale und ökonomische Krisen zentral miteinander verschränkt sind, lassen sie sich auch nur im Rahmen sozial-ökologischer Transformationsprozesse lösen (Altvater, 2009; Brand, 2009; Christ & Sommer, 2022).
Diese Verschränkung gilt auch für das alltägliche Leben: Insofern zu einem guten Leben neben ökonomischen, sozialen und politischen Aspekten auch eine intakte Umwelt und physische und psychische Gesundheit gehören (im Sinne des Nachhaltigkeitsdreieck, Kropp, 2019), hängen klimaschützendes Verhalten und Lebensqualität im Alltag zusammen (Awart, 2020).
Häufig wird nachhaltiges Handeln mit dem Lebensstil eines spezifischen Milieus (intellektueller Mittelstand) assoziiert (Probst, 2025), andere Gruppen werden hingegen übersehen bzw. nicht angesprochen (Nies et al, 2014).
Eine besondere Schlüsselrolle in Wien nehmen Migrantinnen ein: einerseits sind sie als migrantische Gruppe erhöht armutsgefährdet (Statistik Austria, 2024) und daher besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen (z.B. Energiearmut, erhöhte Hitzevulnerabilität) (APCC, 2023, BMK, 2024), andererseits sind sie als Frauen nach wie vor für alltägliche Routinen zuständig, in denen klimaschützende Verhaltensweisen angewendet werden können (Einkaufen, Kochen, Reparieren).
Genau hier möchte das Projekt ansetzen und die subjektiven Perspektiven von Migrantinnen auf nachhaltige Alltagspraxis sowie ihre Zukunftsvorstellungen und die wahrgenommenen Hürden erfassen. In einem partizipativen Prozess sollen so Handlungsempfehlungen zur Förderung nachhaltiger Alltagspraxis bei prekarisierten Migrantinnen in Wien entwickelt werden.
Fördergeber
Fördergeber
- Fördergeberin: Stadt Wien, MA 7
- Fördersumme: 36 000 Euro
Projektlaufzeit
Projektlaufzeit
01.04.2026 – 01.03.2027
Bei Interesse am Forschungsprojekt wenden Sie sich bitte an katharina.hametner@sfu.ac.at.