PSY | Neue Veröffentlichung in der Bühleriana-Schriftenreihe
Die Bühleriana-Schriftenreihe umfasst Monographien, wissenschaftliche Artikel, Dokumentensammlungen, Interviews, Buchbesprechungen und Tagungsberichte zum Leben und Werk von Karl Bühler. Die Reihe wird von Gerhard Benetka (Wien), Janette Friedrich (Genf/Wien) und Frank Vonk (Arnhem-Nijmegen) herausgegeben.
Aktuelle Neuerscheinung: 100 Jahre Psychologisches Institut der Universität Wien
Mit dem neu erschienenen Zusatzband wird die Reihe um eine weitere wichtige Publikation erweitert. Der Band führt an zentrale Orte der Geschichte des Psychologischen Instituts der Universität Wien in der Zwischenkriegszeit und lädt dazu ein, Wissenschaft als lokal verankerte Praxis zu entdecken:
Zusatzband | 100 Jahre Psychologisches Institut der Universität Wien – die lokale Komponente wissenschaftlicher Forschung. Ein Arbeitsbuch
Herausgegeben, zusammengestellt und kommentiert von Janette Friedrich & Gerhard Benetka
2022 wurde das Wiener Psychologische Institut 100 Jahre alt. Zu diesem Anlass organisierten wir eine öffentliche Veranstaltungsreihe unter dem Titel 100 Jahre Psychologisches Institut der Universität Wien – die lokale Komponente wissenschaftlicher Forschung. Ihr lag die Idee zugrunde, dass Wissenschaft, wenn man sie als Tätigkeit beschreibt, immer auf Orte verweist, an denen wissenschaftliches Wissen im Hier und Jetzt produziert wurde. Und diese Orte waren im Wien der 1920er und 1930er Jahres nicht auf die Universität beschränkt, sondern über die ganze Stadt verteilt.
Wir laden Sie also ein zu einer Reise in dieses Lokale, an die Orte, die wichtig waren für die Geschichte des Wiener Psychologischen Instituts: in das Hotel Regina, in dem das Mittwochskolloquium der Bühlers endete; an das Josephinum, an der wir die Zusammenarbeit mit der Schule um den Psychiater und Gehirnpathologen Otto Pötzl diskutieren, an das Wiener Metro-Kulturhaus, in dem wir die Filmforschungen des Instituts vorstellen. Und wir werden Neues über einige der vielen Frauen erfahren, die am Institut in der Zwischenkriegszeit mitgearbeitet haben.
- Open Access: karlbuehler.org/pub-257007
Band 1
Band 1
Band 1 | Karl Bühler und das Wiener Psychologische Institut
Dokumente und Fundstücke
Herausgegeben, zusammengestellt und kommentiert von Janette Friedrich
Was ist das Lokale in der Wissenschaftsgeschichte und was lässt sich an ihm beobachten? Wir sind es gewohnt das Denken eines Forschers aus seinen Veröffentlichungen, seiner Korrespondenz, seinen Manuskripten zu rekonstruieren; aber Wissenschaft ist auch und vor allem Tätigkeit, «ein Geschehen hic et nunc, das seinen bestimmten Platz im geographischen Raum und im gregorianischen Kalender hat» (Bühler). Genau dieses lokale Moment, die vergangene Gegenwärtigkeit von Wissenschaft, sucht der Band aufzuspüren. Die Reise geht in das Wien der 1920er/30er Jahre.
Im August 1922 wird der Psychologe Karl Bühler an der Universität Wien zum ordentlichen Professor für Philosophie mit besonderer Berücksichtigung der Psychologie und Pädagogik berufen und mit der Leitung des neu gegründeten Wiener Psychologischen Instituts betraut. Die veröffentlichten Dokumente und Fundstücke geben Einblick in bisher kaum bekannte Forschungsvorhaben und Debatten, in entwickelte und wieder verworfene Ideen und machen auf die zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufmerksam, die in den Jahren 1922–1938 am Institut tätig waren.
Herausgeberin: Janette Friedrich, geb. 1961, promoviert Dr. phil. 1991, Dozentin an der Fakultät für Psychologie und Erziehungswissenschaften der Universität Genf.
- Open Access: karlbuehler.org/pub-216558
Band 2
Band 2
Band 2 | Karl Bühler und das Wiener Psychologische Institut oder die Bedeutung des Lokalen
Herausgegeben von Gerhard Benetka & Janette Friedrich
Der zweite Band der Bühleriana versammelt Beiträge eines Workshops, der im Februar 2021 an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien stattgefunden hat. Ziel war es, die im ersten Band der Bühleriana von Janette Friedrich begonnene Rekonstruktion und Analyse der wichtigsten Aktivitätsfelder Karl Bühlers und seiner Mitarbeiter*innen im Wien der 1920er und 1930er Jahre fortzusetzen.
Mit Beiträgen von: Gerhard Benetka über die Beziehungen der Bühler-Schule zur Psychoanalyse, Christian Damböck über das Verhältnis von Bühler und dem Wiener Kreis, Tim Lethen über Kurt Gödels Tagebuchnotizen zu Vorlesungen von Karl Bühler, Petra Löffler über die Ausdrucksforschungen der Bühler-Schule im Lichte der Geschichte der Medientheorie, Maria Czwick über die am Wiener Psychologischen Institut durchgeführten Untersuchungen zum Medium Film, Josef Pircher über Karl Bühlers Vorlesung zur Pädagogischen Psychologie am Pädagogischen Institut der Stadt Wien, Georg Vasold über das Interesse der Wiener Schule der Kunstgeschichte an der Psychologie Karl Bühlers und Clemens Knobloch über den Einfluss der im Kontext der Bühler-Schule entwickelten Ideen zum Ausdruck auf die US-amerikanische Kommunikationssoziologie.
Erstmals wird ein Skript von Käthe Wolf – einer engen Mitarbeiterin Karl Bühlers – veröffentlicht. Es trägt den Titel Logik und gibt Einblick in den Inhalt einer der jährlich von Bühler gehaltenen Hauptvorlesungen.
- Open Access: karlbuehler.org/pub-216559
Band 3
Band 3
Band 3 | Gerhard Benetka | Psychologie in Wien.
Sozial- und Theoriegeschichte des Wiener Psychologischen Instituts, 1922–1938
Die Errichtung des Wiener Psychologischen Instituts war 1922 auf die Initiative der sozialdemokratisch dominierten Stadtverwaltung hin zustande gekommen. Durch die finanzielle Unterstützung der Stadt Wien konnte das Ehepaar Bühler mit dem Aufbau eines qualitativ und quantitativ hochwertigen Lehr- und Forschungsbetriebes beginnen. Drei Arbeitsschwerpunkte standen im Zentrum der Forschungsarbeit: Experimentelle Wahrnehmungs-, Denk- und Sprachpsychologie, Kinder- und Jugendpsychologie (die am Beginn der dreißiger Jahre zu einer allgemeinen Theorie der menschlichen Entwicklung ausgebaut wurde) und Sozial- bzw. Wirtschaftspsychologie.
Das Wiener Psychologische Institut erlangte zunehmend internationale Bedeutung und war im politischen, wissenschaftlichen und kulturellen Leben Wiens der Zwischenkriegszeit verankert. 1933–1938 war das Wiener Institut das einzige deutschsprachige psychologische Forschungszentrum, das internationales Renommee besaß. Finanzielle Probleme und die Auslieferung des Instituts an politische Propaganda bewirkten jedoch schließlich einen nicht aufzuhaltenden Qualitätsverlust.
- Open Access: karlbuehler.org/pub-257000
Weiterführende Links
Weiterführende Links
- J. Friedrich: Orientiertsein – Abschlussvortrag zum Karl Bühler Projekt
- G. Benetka & J. Friedrich: Podcast zum Internationalen Workshop | Karl Bühler und das Wiener Psychologische Institut oder Die unterschätzte Bedeutung des Lokalen
- T. Slunecko & J. Friedrich, Karl Bühler revisited: https://doi.org/10.30820/0942-2285-2021-2
- Rückblick Bühler-Tagung, 2024: https://www.sfu.ac.at/de/news/rueckblick-buehlertagung-2024
Kontakt für Rückfragen:
Fakultät für Psychologie
Sigmund Freud PrivatUniversität Wien
Freudplatz 1, 5. Stock, 1020 Wien
Tel: +43 1 798 40 98 500
E-Mail: psychologie@sfu.ac.at
14. Januar 2026