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PSY | Wenn Extreme den Alltag prägen: SFU-Forscher erforscht extreme Erfahrungen in Japan

Unsere Welt wird zunehmend als „extrem“ wahrgenommen – sei es in Debatten über Leistung, Druck, Identität oder Krisen. Dennoch fehlt der Psychologie bislang ein klares Verständnis davon, was „extrem“ eigentlich bedeutet. Da viele intensive Erfahrungen eng mit Fragen psychischer Belastung und Bewältigung verbunden sind, nähert sich das Forschungsprojekt dem Thema aus einer klinischen Perspektive.

Ass.-Prof. Dominik Mihalits von der Fakultät für Psychologie wurde mit einem zwölfmonatigen Postdoctoral Fellowship der Japan Society for the Promotion of Science (JSPS), Japans nationaler Forschungsförderungsagentur, ausgezeichnet und forscht an der Ritsumeikan Universität in Osaka. Als JSPS Postdoctoral Fellow untersucht er im Projekt Extreme Experiences & Cultural Self-Regulation extreme Erfahrungen in einem kulturellen Kontext, in dem Extreme besonders differenziert verstanden und eingeordnet werden.

Japan bietet dafür ein einzigartiges Forschungsumfeld. Langjährige Traditionen von Disziplin, Ausdauer und ästhetischer Gestaltungskultur stehen hier neben den Anforderungen und Möglichkeiten des hypermodernen urbanen Lebens. Dadurch entsteht ein besonders aufschlussreicher Rahmen, um zu untersuchen, wie extreme Erfahrungen geprägt, interpretiert und bewältigt werden.

Gemeinsam mit einem kleinen Forschungsteam an der Ritsumeikan Universität untersucht das Projekt, wie Menschen mit intensiven Formen des Erlebens umgehen – von künstlerischer Hingabe und Höchstleistungen bis hin zu Rückzug, Überforderung und Abschottung. Durch qualitative Feldforschung, narrative Interviews und die Analyse kultureller Materialien wird erforscht, wie solche Erfahrungen als Strategien emotionaler und kultureller Selbstregulation funktionieren. Ziel ist es, besser zu verstehen, wann Extreme als bewundernswert oder sinnstiftend gelten und wann sie beginnen, Menschen psychisch zu belasten.

Die Erkenntnisse sollen praktische Impulse für die klinische Arbeit, Beratung und Leistungspsychologie liefern, insbesondere dort, wo Ambition, Leistungsdruck und Identitätsentwicklung zusammenwirken. Darüber hinaus stärkt das Projekt die langfristige Forschungszusammenarbeit zwischen der SFU und ihren japanischen Partnerinstitutionen und trägt zur Weiterentwicklung eines interdisziplinären Forschungsprogramms zu extremen Erfahrungen bei.


16.06.2026

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