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PSY | Gutes Leben und Klimaschutz?! – Neues Forschungsprojekt zu Nachhaltigkeit im Alltag von Wiener Migrantinnen

An der Fakultät für Psychologie startet ein neues, von der Stadt Wien gefördertes Forschungsprojekt, das nachhaltige Lebensweisen aus einer bislang wenig beachteten Perspektive untersucht: dem Alltag prekarisierter Migrantinnen in Wien.

Ein gutes Leben umfasst nicht nur soziale und ökonomische Sicherheit, sondern ebenso eine intakte Umwelt sowie körperliche und psychische Gesundheit. Klimaschutz und Lebensqualität sind also im Alltag eng miteinander verbunden – dennoch richten sich Nachhaltigkeitsdebatten und -angebote häufig an spezifische gesellschaftliche Milieus, während andere Gruppen kaum erreicht werden. Gerade Frauen mit Migrationshintergrund nehmen in diesem Zusammenhang eine besondere und ambivalente Rolle ein:

  • Sie sind überdurchschnittlich armutsgefährdet und damit stärker von den Folgen des Klimawandels betroffen, etwa durch Energiearmut oder erhöhte Hitzebelastung.
  • Gleichzeitig tragen sie als zentrale Akteurinnen der Alltagsorganisation in vielen Haushalten Verantwortung für Routinen wie Einkaufen, Kochen oder Reparieren – also genau jene Bereiche, in denen klimafreundliche Praktiken umgesetzt werden können.

Im Rahmen des Projekts untersucht Isabel von Hansemann unter der Leitung von Ass.-Prof.in Dr.in Katharina Hametner, wie diese Frauen Nachhaltigkeit im Alltag wahrnehmen und gestalten, welches Wissen und welche Routinen vorhanden sind, wo Unsicherheiten bestehen und welche Unterstützung hilfreich wäre. Ebenso werden ihre Vorstellungen eines nachhaltigen Wien der Zukunft erhoben sowie Hindernisse und förderliche Rahmenbedingungen identifiziert. Als Kooperationspartnerin wirkt Dr.in Sigrid Awart vom Bildungs-, Beratungs- und Therapiezentrum Peregrina mit.

Methodisch arbeitet das Team mit einem zweiteiligen partizipativen Workshop-Konzept: Die Formate sollen einerseits empowernd wirken und nachhaltige Handlungsmöglichkeiten erweitern, andererseits den Rahmen für eine qualitative Erhebung zum Alltagserleben von Nachhaltigkeit schaffen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen nicht nur für Migrantinnen, sondern auch für andere armutsgefährdete und bildungsbenachteiligte Gruppen wichtige Impulse für eine sozial gerechte ökologische Transformation liefern.

Ziel der Untersuchung ist es, aus den Ergebnissen letztlich konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten, die eine nachhaltige Alltagspraxis stärken und Migrantinnen darin bestärken können, aktiv an gesellschaftlichen Transformationsprozessen mitzuwirken.


17. März 2026

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